Die Kunst des guten Sterbens

Hospiz-Dienst Schwäbisch Hall

Vortrag „Vorsorge treffen für ein selbstbestimmtes Leben“ war das Thema des Kreisseniorenrats in Gaildorf.

Gaildorf. Wer möchte schon gerne an seinen letzten Lebensabschnitt denken und diesen bewusst planen. Dass diese Frage aber unbewusst in den meisten Menschen schlummert, bewies die große Besucherzahl bei der Veranstaltung, die der Kreisseniorenrat und der Stadtseniorenrat Gaildorf gemeinsam am Montag im Kernersaal anboten. Wie wichtig diese Vorsorge ist, machten die Referenten bewusst. Dabei ging es um inhaltliche Fragen der Generalvollmacht, Vorsorgevollmacht oder der Patientenverfügung. Auch die Kehrseite wurde betrachtet, falls solche Vorsorgen fehlen. Hans-Heinrich Lübke vom Gaildorfer Stadtseniorenrat freute sich, dass der Kreisseniorenrat erstmals in Gaildorf eine Veranstaltung anbot. Bürgermeister Frank Zimmermann wies auf den gesellschaftlichen Wandel hin, der zu einem selbstbestimmten Leben geradezu zwinge, da sich die familiären Strukturen gewandelt haben.

Als erster Referent stimmte der Vorsitzende des Kreisseniorenrates, Karl-Heinz Pastoors, auf das Thema ein. Zur Kunst des guten Sterbens gehöre es, Vorsorge zu treffen und das Gespräch darüber mit Familie oder nahestehenden Menschen zu suchen. Notar Martin Raschke aus Gaildorf beleuchtete die rechtlichen Aspekte der Generalvorsorgevollmacht, der Betreuungsverfügung und der Patientenverfügung. Die generelle Vorsorgevollmacht mache vieles leichter bei wichtigen Entscheidungen und könne von einer oder mehreren Personen ausgeübt werden. Bei der Patientenverfügung sei es nach dem neuesten BGH-Urteil wichtig, keine allgemeinen Floskeln zu verwenden. Günter Gropper vom Haller Stadtseniorenrat stellte die neue Broschüre „Meine persönlichen Aufzeichnungen“ des Kreisseniorenrates vor. Sie kann dank der Landkreis- und Sparkassenstiftung kostenlos bei allen Rathäusern abgeholt werden.

Christine Grünemay von Tils von der Caritas Heilbronn-Hohenlohe beleuchtete mehr den christlichen Bereich. Ziel des „Inititiativen Lebensfadens“ sei es, Hilfesuchenden ein Lotse zu sein. Anna-Gela Kochendörfer von der Hospizgruppe Schwäbisch Hall stellte die psychosozialen Aspekte der Hilfsorganisation vor. Wichtig sei, dem Menschen bis zu seinem Ende zur Seite zu stehen. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Hospizgruppe stehen den Kranken und deren Angehörigen in vielen Angelegenheiten zur Seite.

Die abschließende Fragerunde sorgte bei den meisten für Verblüffung, denn drei der Referenten hielten es bei der Vorsorge nach den Worten der Einstellung von Günter Gropper:“ Ich möchte mit dir alt werden, aber es pressiert nicht“ und hatten noch keine Vorsorge getroffen. Allerdings gelobten alle drei baldige Besserung.

Hans Buchhofer

Artikel vom Mittwoch, den 5.April 2017 in der Gaildorfer Rundschau