Eine gesunde Beziehung zu sich selbst

Hospiz-Dienst Schwäbisch Hall

Der Philosoph Wilhelm Schmid spricht über den Zusammenhang zwischen Selbstliebe und der Sorge um andere.

Schwäbisch Hall. „Mit sich selbst befreundet sein“ – unter diesem Motto stand die Veranstaltung des Haller Hospizdienstes in Kooperation mit der Volkshochschule, der Caritas Heilbronn/ Hohenlohe und dem Evangelischen Kreisbildungswerk. Mehr als 100 Gäste versammelten sich zu einem Vortragsabend mit dem freien Berliner Philosophen Wilhelm Schmid im Haus der Bildung.

Einleitend sprach Wilhelm Schmid von der Lebenskunst im Umgang mit sich und der eigenen Geschichte und Gegenwart. Nur eine gesunde Selbstbeziehung macht die Sorge um andere möglich. So sollte man sich selbst Aufmerksamkeit schenken, um sich kennenzulernen.

In einem anschließenden offenen Gespräch mit Karl-Heinz Pastoors, Vorsitzender des Kreisseniorenrates, fanden sich Belege in der Vita des Philosophen für seine eigene Theorie. Wie Schmid erzählte, kam er aus „einfachen“ Verhältnissen. Erst auf Umwegen erkannte er seine Berufung zum Philosophiestudium. Ihm wurde klar, dass sein Vater einen großen Anteil an seiner Entwicklung hatte. Dieser ließ seinen Sohn an seinen philosophischen Betrachtungen über sein Leben als Landwirt teilhaben. Viel gelernt habe Schmid auch bei seinen Gesprächen als Philosoph in einer Schweizer Klinik mit Patienten und Mitarbeitern des Hauses.

„Es muss aber nicht sein, dass wir ein von Erfolgen gekrönter Mensch werden. Eher geht es darum, seinem Leben eine Form zu geben, die auf eigenen Überlegungen basiert“, betonte der Philosoph. Wichtig sei, wofür ein Mensch in seinem Leben ein Beispiel gegeben hat, ob als Mutter, Handwerker, Freund oder Arzt.

Haller Tagblatt, 19. Dezember 2017